Es war bereits später Nachmittag, als die sieben Auszubildenden der Servicegesellschaften der ESO Education Group am Sonntag, den 08. Februar 2026, nach einer rund siebenstündigen Bahnfahrt an ihrem Ziel eintrafen. Angereist waren sie zusammen mit ihren Ausbildern Eva Fuchs und René Sonnefeld zum Azubi-Treffen, welches dieses Mal dank ERASMUS+-Programm im Ausland, genauer gesagt in Prag, stattfinden konnte.
Um Synergien und Ressourcen zu bündeln, begaben sich im Rahmen des ERASMUS+-Programms zeitgleich Juan Gamero aus dem Funktionsbereich IT und Heinz Geusken aus der Geschäftsführung zum Job-Shadowing ebenfalls nach Prag.
In Empfang genommen wurden die Reisenden von Radim Jendrejas, Geschäftsführer des Trojské Gymnáziums und der Fachoberschule Euroškola Praha, und konnten danach erst einmal in einem typischen tschechischen Restaurant den Abend gemeinsam ausklingen lassen.
Für die Auszubildenden ging es am ersten Programmtag zusammen mit Schülern des Trojské Gymnáziums und der Euroškola Praha an einen außerschulischen Lernort – in die Stadt Prag. Der Tag stand ganz im Zeichen der Erkundung Prags und seiner Geschichte. Stadtführer Pavel Popović (verkleidet aus unseren eigenen Reihen) zeigte der gemischtnationalen Gruppe die Sehenswürdigkeiten der Moldaumetropole. Darauf folgte eine Schnitzeljagd in englischer Sprache durch die Stadt. Den gesamten Tag über mussten die Jugendlichen dabei selbst erstellte Aufgaben bewältigen und das Gelernte in ein Kreuzworträtsel übertragen. Unterstützt wurden die beiden Ausbilder dabei von den Deutschlehrkräften Martina Kortánková und Martin Lachoni der tschechischen Schulen.
Gut gestärkt von einem Mittagessen in einer tschechischen Kneipe ging es dann gemeinsam hinauf zur Prager Burg. Eine englischsprachige Führung durch die tschechische Nationalbibliothek (das barocke Klementinum) und der Blick über die gesamte Stadt vom astronomischen Turm bildeten das Ende des Rundgangs.
Während die Auszubildenden die Stadt unsicher machten, ging es für die beiden Job-Shadower Juan Gamero und Heinz Geusken bereits an den Schulen ans Eingemachte.
Juan machte sich mit der Arbeit des IT-Systemadministrators Igor vertraut. Es wurde gemeinsam über Arbeitsweisen gesprochen, die Umsetzung von IT-Sicherheitsmaßnahmen angesehen und wie in den Schulen Arbeitsabläufe dokumentiert werden. Ans Eingemachte ging es dann bei der Fehleranalyse und Störungsbehebung im Hardwarebereich und der Einrichtung von Arbeitsplatzrechnern. Hier staunte Juan Gamero nicht schlecht, denn vieles war ähnlich zu den deutschen Arbeitsweisen, einiges jedoch grundverschieden. Über allem stand jedoch das allgegenwärtige Thema Digitalisierung. Die komplette Kommunikation fand in der Fremdsprache Englisch statt. Auch dies ist ein Grundpfeiler des ERASMUS+-Programms.
Heinz Geusken war zum Geschäftsführeraustausch mit seinem Gegenpart der tschechischen Schulen nach Prag gekommen. In teilweise interessanten Debatten ging es um die Herausforderungen für Schulleiter und Geschäftsführer*innen und um einen tiefgreifenden Erfahrungsaustausch. Den Tagesabschluss bildeten ein vertiefter Diskurs über die Mittelverwaltung und Ergebniserzielung und die Möglichkeiten der Digitalisierung in der Schulverwaltung.
Sein Ende fand dieser erste Tag bei einem geselligen Abendessen in einem italienischen Restaurant, an dem neben den Auszubildenden auch wieder die beiden Job-Shadower teilnahmen.
Da Heinz Geusken und Juan Gamero ebenfalls Ausbilder sind, fand der 2. Tag an vielen Stationen gemeinsam mit den Auszubildenden statt, denn das tschechische Schul- und Ausbildungssystem bildete den Themenschwerpunkt des zweiten Tages. Radim stellte den deutschen Gästen zunächst die Euroškola Praha und das Trojské Gymnázium vor. Eine Führung durch beide Gebäude endete schließlich in der Sporthalle, wo gemeinsam mit den tschechischen Schülern ein Tischtennisturnier stattfand.
Die Arbeit der Vereinten Nationen bildete einen weiteren Programmpunkt, bei dem die Schüler*innen des Gymnasiums das Projekt „TrojMUN – Model United Nations“ vorstellten. In einer von den Schüler*innen organisierten viertägigen Konferenz-Simulation nehmen Schüler*innen aus unterschiedlichen Ländern die Rollen von Delegierten ein und erarbeiten eine Vielzahl globaler und nationaler Themen, für die sie dann in strukturierten Debatten Lösungsvorschläge entwickeln.
Um den Besucher*innen die Euroškola Prag und deren Lehrpersonal vorzustellen, hatten deren Schüler*innen ein amüsantes Video vorbereitet. Darin schlüpften sie selbst mit kreativen Verkleidungen in die Rollen ihrer Lehrer*innen. Das Video enthielt auch Aufnahmen vom letzten Abiball der Euro-Skola.
Danach lernten die Auszubildenden im regen Austausch mit den Schüler*innen das tschechische Schulsystem kennen und diskutierten die Unterschiede zum deutschen Bildungssystem sowie die Ausbildungsmöglichkeiten. Ein duales Ausbildungssystem, wie wir es kennen, gibt es in Tschechien nämlich so nicht.
Dass sie am Vortag einiges über die Prager Burg und das Klementinum gelernt hatten, stellten die deutschen Auszubildenden in einem eigenen Vortrag unter Beweis.
Nach dem Mittagessen in der Kantine des Trojské Gymnáziums begaben sich Gäste und Gastgeber zu einer Besichtigung ins Schloss Troja. Dort findet auch regelmäßig die Zeugnisübergabe der Abiturient*innen statt. Im Schlosspark nahm man dann einen kleinen Imbiss in einem Bistro ein.
Das Abendprogramm des zweiten Tages bestand aus einem Besuch des „Signal Space“, der größten digitalen Kunstgalerie Tschechiens, und einem gemeinsamen Abendessen in einer typisch tschechischen Kneipe.
Am Mittwoch, den 11. Februar 2026, endete die gemeinsame Zeit und es ging für die deutschen Gäste zurück in die Heimat.
Ein großes Dankeschön von allen Beteiligten geht auf jeden Fall an Radim, Martina und Martin sowie die tschechischen Schüler*innen dafür, dass sie ihre Gäste so herzlich empfangen und sich mit vollem Einsatz und Engagement um sie gekümmert haben.
Bild: ESO Education Group