Am 25. und 26. August 2026 fand in Aschaffenburg in den Räumlichkeiten der Euro Akademie ein Kommunikationstraining für die Führungskräfte der ESO Education Group statt. Teilgenommen haben Funktionsbereichsleiter*innen sowie Regionalleiter*innen. Das Training wurde von Prof. Dr. Ricarda Merkwitz, Professorin an der International School of Management (ISM) München, durchgeführt.
Im Mittelpunkt des zweitägigen Trainings stand die Frage, wie Kommunikation bewusst gestaltet werden kann und welchen Einfluss unter anderem Sprechgeschwindigkeit, Körpersprache und Beziehungen zwischen Gesprächspartner*innen auf Gespräche haben können.
Dabei ging es nicht nur darum, wie wir selbst kommunizieren, sondern auch darum, das Kommunikationsverhalten anderer besser wahrzunehmen und einzuordnen.
Zu Beginn des Trainings durfte jede*r Teilnehmende formulieren, welche Erwartungen er oder sie an das Seminar hatte. Anschließend wurde das eigene Kommunikationsverhalten genauer unter die Lupe genommen. Wie wirken Gestik und Mimik? Passen Gestik und Mimik zu dem Inhalt der Aussage? Wer spricht eventuell zu schnell oder zu leise? Somit durften sich die Mitarbeitenden gegenseitig Feedback zur eigenen Vortragsweise nach einer Selbstvorstellung geben.
Ein zentraler Gedanke des Trainings geht auf den Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick zurück: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“
Ricarda Merkwitz betonte, dass Kommunikation nicht ausschließlich über gesprochene Worte stattfindet. Auch Gestik, Mimik, Stimme und Sprechgeschwindigkeit vermitteln Informationen und beeinflussen, wie eine Botschaft beim Gegenüber ankommt. Selbst Schweigen kann dabei als Form der Kommunikation verstanden werden.
Auch die Beziehung zwischen den Gesprächspartner*innen spielt eine wichtige Rolle. Je nachdem, in welchem Verhältnis Menschen zueinanderstehen, kann dieselbe Aussage unterschiedlich interpretiert werden.
Gerade für Führungskräfte ist es daher wichtig, sich bewusst zu machen, wie die eigene Kommunikation auf Mitarbeitende wirkt. Eine wertschätzende Gesprächsführung kann dabei helfen, Vertrauen aufzubauen und auch schwierige Themen konstruktiv anzusprechen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Trainings lag auf dem Umgang mit Herausforderungen. Dabei ging es nicht nur darum, Probleme anzusprechen, sondern vor allem darum, gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Besonders bei schwierigen Gesprächen – beispielsweise bei Trennungsgesprächen – spielt die Gesprächsführung eine entscheidende Rolle.
Fragen wie „Wie geht es dir eigentlich?“ können dabei helfen, die Perspektive des Gegenübers einzubeziehen und ein Gespräch trotz der schwierigen Situation menschlich und wertschätzend zu gestalten.
Auch das bekannte Vier-Seiten-Modell von Friedemann Schulz von Thun wurde im Training thematisiert. Demnach enthält eine Nachricht verschiedene Ebenen: den Sachinhalt, die Beziehung, die Selbstoffenbarung und den Appell.
Für die Gesprächsführung bedeutet das: Nicht nur der eigentliche Inhalt einer Aussage ist entscheidend. Ebenso wichtig ist, was wir durch die Art und Weise, wie wir Aussagen formulieren, über uns selbst vermitteln, wie wir die Beziehung zu unserem Gegenüber gestalten und was wir mit unserer Aussage erreichen möchten.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Kommunikationstrainings war die Frage nach der eigenen Zielsetzung. Vor einem Gespräch sollte klar sein: Was möchte ich erreichen? Welche Argumente sprechen für mein Ziel? Und wie kann ich mein Gegenüber auf dem Weg dorthin mitnehmen?
Dabei wurde auch die SMART-Formel zur Zielformulierung aufgegriffen. Ziele sollten demnach spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert sein. Darüber hinaus lohnt es sich, vor einem Gespräch ein Minimal- und ein Maximalziel festzulegen. So können Führungskräfte besser einschätzen, welche Ergebnisse unbedingt erreicht werden sollen und an welchen Punkten gegebenenfalls Spielraum besteht.
Im Training wurde außerdem die Frage aufgeworfen, wie gut wir unsere eigenen Werte kennen. Die persönlichen Werte beeinflussen nicht nur unser Handeln, sondern auch unsere Kommunikation und die Art und Weise, wie wir Situationen und andere Menschen wahrnehmen.
Das Kommunikationstraining gab den Teilnehmenden außerdem zahlreiche Impulse für die tägliche Führungsarbeit. Dabei standen unter anderem folgende Fragen im Mittelpunkt:
• Kommuniziere ich gerne?
• Wie gut bereite ich Gespräche vor?
• Wo liegen meine Stärken und Schwächen in der Kommunikation?
• Wie kommuniziere ich klar und wirkungsvoll?
• Wie kann ich Aussagen so formulieren, dass sie wertschätzend beim Gegenüber ankommen?
• Woran messe ich den Erfolg eines Gesprächs?
Auch Mitarbeitergespräche wurden in diesem Zusammenhang näher betrachtet.
Dabei wurde beispielsweise darauf hingewiesen, dass es sich lohnen kann, nach den sogenannten Karriereankern der Mitarbeitenden zu fragen. Sie geben Aufschluss darüber, was Menschen in ihrem beruflichen Umfeld wirklich motiviert und welche Faktoren für ihre langfristige Bindung an den Beruf und das Unternehmen wichtig sind.
Der erste Seminartag klang bei einem gemeinsamen Abendessen im Enchilada in Aschaffenburg aus. Bei köstlichen Tacos, Enchiladas und Burritos gab es weiteren Austausch in entspannter Atmosphäre. Verschiedene Cocktails und alkoholfreie Getränke sorgten zusätzlich für einen geselligen Abend. So bot das Kommunikationstraining nicht nur die Möglichkeit, die eigenen Kommunikationsfähigkeiten zu reflektieren und neue Methoden kennenzulernen, sondern auch den persönlichen Austausch unter den Führungskräften zu stärken.
Vielen Dank an Ricarda für die Durchführung eines rundum gelungenen und lehrreichen Trainings mit vielen praxisnahen Übungen und wertvollen Impulsen!
Text & Fotos: Jill Semidei




