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Maßnahmen für Jugendliche

Der Übergang von der allgemeinbildenden Schule in die Berufswelt ist für einen Teil junger Menschen mit Schwierigkeiten verbunden. Auf Basis der Sozialgesetzgebung (vor allem SGB III und SGB II) können diese hierbei Unterstützung in Anspruch nehmen.

Ziel ist es, Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine bessere Chance für den beruflichen Einstieg zu geben und damit einen Beitrag zur Senkung und Vermeidung von Jugendarbeitslosigkeit zu leisten.

Aktivierungshilfen für Jüngere (AhfJ)

Im Rahmen der „Aktivierungshilfen für Jüngere“ werden junge Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf im Auftrag der Arbeitsagentur bzw. des Jobcenters an ein Ausbildungs- bzw. Beschäftigungsverhältnis herangeführt. Sie erhalten eine motivierende Vorbereitung und Berufsorientierung. Im Rahmen von Projektarbeiten in verschiedenen Berufsbereichen und durch individuelle sozialpädagogische Begleitung können sich die jungen Menschen beruflich orientieren und an einen geregelten Tagesablauf gewöhnen.

Weiterführende Angebote wie Sprachförderung und Allgemeinbildung gehören ebenfalls dazu. Durch diese individuelle Unterstützung sollen Hemmnisse abgebaut werden.

Die Maßnahmenfachkräfte entwerfen mit den Teilnehmenden deren persönlichen Lebens- und Berufswegeplan und einen Plan für die passende Anschlussförderung (z. B. BvB) bzw. in Ausbildung oder Beschäftigung, der ebenfalls gemeinsam umgesetzt wird.

Assistierte Ausbildung (AsA)

Die „Assistierte Ausbildung“ (AsA) ist ein seit 2015 – befristet geltendes – Arbeitsmarktinstrument gemäß § 130 SGB III, bei dessen Ausgestaltung die Erfahrungen unterschiedlicher „Modellprojekte“ eingeflossen sind.
Ziel der Maßnahme ist es, mehr benachteiligte junge Menschen zu einem erfolgreichen Abschluss einer betrieblichen Berufsausbildung im dualen System zu führen.

Die Teilnehmenden und die (Ausbildungs-)Betriebe werden im Rahmen von AsA vor einer betrieblichen Ausbildung („Phase I“) und währenddessen („Phase II“) individuell unterstützt und begleitet.

AsA stellt eine Perspektive für junge Menschen dar, die bisher beispielsweise (nur) außerbetrieblich ausgebildet werden konnten.

Weiterführende Informationen:

Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH)

„Ausbildungsbegleitende Hilfen“ (abH) richten sich an Auszubildende in allen dualen Ausbildungsberufen und an junge Menschen in einer Einstiegsqualifizierung (EQ), die Unterstützung beim erfolgreichen Abschluss ihrer Berufsausbildung benötigen.

Wenn die Agentur für Arbeit bzw. das Jobcenter einer Förderung zustimmt, erfolgt die – für die jungen Menschen und die Betriebe kostenlose – Unterstützung zwischen drei und acht Stunden in der Woche.

AbH beinhalten vor allem Wissensvermittlung im fachtheoretischen und allgemeinbildenden Bereich als Ergänzung des Berufsschulunterrichts, Sprachunterricht, individuelle sozialpädagogische Betreuung und spezielle Prüfungsvorbereitung.

Weiterführende Informationen der Bundesagentur für Arbeit:

Berufsausbildung in außerbetriebl. Einrichtungen (BaE)

Für viele junge Menschen, die über soziale Benachteiligungen oder eine Lernbeeinträchtigung verfügen, wäre ohne eine Unterstützung beim Finden und Absolvieren ihrer Berufsausbildung im Rahmen einer „Berufsausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung“ (BaE) bei einem Bildungsträger der Weg in ein übliches Ausbildungsverhältnis schwierig. BaE ist eine Fördermaßnahme der Agentur für Arbeit bzw. des Jobcenters. Es gibt zwei Modelle: das kooperative und das integrative Modell.

In der „BaE kooperativ“ findet unter der Regie eines Bildungsträgers die praktische Ausbildung in Kooperationsbetrieben statt. Ein Übergang in ein betriebliches Berufsausbildungsverhältnis nach dem ersten Ausbildungsjahr wird angestrebt.
Bei der „BaE integrativ“ findet die fachpraktische Ausbildung bei einem Bildungsträger statt.

In beiden Fällen nehmen die Auszubildenden am Berufsschulunterricht teil, erhalten Stütz- und Förderunterricht beim Bildungsträger sowie eine sozialpädagogische Begleitung. Die Auszubildenden legen ihre Zwischen- und Abschlussprüfungen bei den Kammern, Innungen bzw. Behörden ab. Nach bestandener Abschlussprüfung erhalten sie ihren anerkannten Berufsabschluss oder Gesellenbrief. Gegen Ende der Ausbildung unterstützen die Mitarbeiter des Bildungsträgers die Suche nach einem Arbeitsplatz und den erfolgreichen Übergang ins Berufsleben. Ein Wechsel in eine betriebliche Ausbildung ist jederzeit möglich.

Weiterführende Informationen der Bundesagentur für Arbeit:

Berufseinstiegsbegleitung (BerEb)

Die „Berufseinstiegsbegleitung“ (BerEb) richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die einen Haupt- oder Förderschulabschluss anstreben und auf ihrem Weg in eine Ausbildung besondere Unterstützung benötigen.

Ziel ist es, junge Menschen in eine Berufsausbildung einzugliedern. Die einzelnen Schritte zielen dabei ab auf das Erreichen des Schulabschlusses, die Verbesserung der Berufsorientierung und Berufswahl sowie die Aufnahme und Stabilisierung eines Berufsausbildungsverhältnisses.

Der Startschuss für BerEb fiel im Februar 2009. Seit 2012 ist BerEb ein Regelinstrument auf Grundlage des § 49 SGB III und kann an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland durchgeführt werden.
Das Programm ist Teil der „Initiative Bildungsketten“ von BMBF, BMAS und BA.

Weiterführende Informationen:

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF):


Bundesagentur für Arbeit:

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB)

„Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen“ (BvB) unterstützen benachteiligte junge Menschen dabei, Einblicke in Berufe und Berufsfelder zu erhalten und praktische Erfahrungen (Inhalte des 1. Ausbildungsjahres) bei einem Bildungsträger und in Betrieben (Praktika) zu erlangen.

Ziel ist die Integration in ein Berufsausbildungsverhältnis. Die Förderung dauert in der Regel 10, 11 oder 12 Monate. Junge Menschen ohne Schulabschluss können im Rahmen einer BvB auch auf den nachträglichen Erwerb des Hauptschulabschlusses vorbereitet werden.

Weiterführende Informationen der Bundesagentur für Arbeit:


Seit 2012 gibt es darüber hinaus die Förderung von „Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen mit produktionsorientiertem Ansatz“ (BvB-Pro) als ein zusätzliches berufsvorbereitendes Angebot – insbesondere für junge Menschen mit komplexem Förderbedarf. Hier erfolgt eine Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit jedoch nur, wenn sich Dritte mit mindestens 50 % an der Finanzierung beteiligen.

Einstiegsqualifizierung (EQ)

Ausbildungswillige junge Menschen, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, können im Rahmen von EQ in sechs bis zwölf Monaten Teile eines Ausbildungsberufes in einem Betrieb kennenlernen.

Ziel ist es, den Weg in die Ausbildung zu ebnen und ein Ausbildungsverhältnis zu initiieren. Interessierte wenden sich an die Agentur für Arbeit bzw. das Jobcenter.

Weiterführende Informationen der Bundesagentur für Arbeit: